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Übersetzer als Urheber: Theorie und Praxis

Artikel aus Heft 01-11 (April 2011) der TransRelations, Zeitschrift des BDÜ Landesverbandes Bremen und Niedersachsen e. V., S. 10-11 (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber)

Im Oktober 2010 erging am Hamburger Landgericht ein wichtiges Urteil: Der Autor Christian Jungblut hatte gegen den Verlag des Magazins GEO geklagt, weil dessen Redaktion einen seiner Texte massiv redigiert und gegen seinen Willen in der umgeschrieben Fassung veröffentlicht hatte. Damit hat der Verlag, so das Gericht, gegen das Urheberpersönlichkeitsrecht verstoßen.[1] In einigen Medienblogs wurde das Urteil ausführlich gewürdigt,[2] aber unter den Urheberverbänden haben meines Wissens nur der Verband der freien Lektorinnen und Lektoren und die Freischreiber (Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten) reagiert.[3] Von den beiden großen Journalistengewerkschaften, vom Verband deutscher Schriftsteller und vom Literaturübersetzerverband VdÜ finde ich im Netz keine Stellungnahmen.

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Andrea Kamphuis beim BuchCamp 2011

Am 7. und 8. Mai 2011 findet im Mediacampus Frankfurt das zweite BuchCamp statt, ein vom Forum Zukunft des Börsenvereins organisiertes Barcamp. Wie im vergangenen Jahr wird Andrea Kamphuis an der Veranstaltung teilnehmen. Sie bietet zwei Sessions an, die sich um das Trendthema Crowdfunding drehen:

  • Von Lessing zu Lessig: Was Crowdfunder, Entrepreneurial Journalists und Selbstverleger von der res publica literaria der Aufklärung lernen können
  • Crowdfunding in der Buchbranche: rechtliche Fallstricke

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Crowdfunding-Kampagne für ein Wissenschaftsbuch

Science-Texts-Autorin Andrea Kamphuis schreibt an einem Sachbuch über die evolutionsbiologischen Hintergründe von Autoimmunerkrankungen und beschreitet zu dessen Finanzierung ungewöhnliche Wege: Ein Teil der Ausgaben – vor allem für professionelle Grafiken und Literaturbeschaffung – sollen durch Crowdfunding bestritten werden.

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Sarrazin: Das fehlende Kapitel

Fast alles, was man über „Deutschland schafft sich ab“ sagen kann, ist bereits gesagt worden. Auf den folgenden Seiten soll es weder um Thilo Sarrazins große Wissenslücken auf dem Gebiet der Genetik noch um die Erblichkeit der Varianz menschlicher Intelligenz gehen, auch nicht um die beträchtlichen inneren Widersprüche im Buch oder um Sarrazins Ausflüge in eine unzeitgemäße Herrenreiterdiktion.

Aufhänger für diesen Artikel ist vielmehr eine Passage auf S. 352f. der mir vorliegenden 6. Auflage: „Die Frage, ob demografische Effekte zu dysgenischen Wirkungen führen können, wurde im letzte Drittel des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv erforscht und diskutiert. (…) In der zweiten Hälfte des 20. Jahrunderts gab es immer mehr Angriffe auf die Fragestellung. Diese Attacken waren letztlich Ausdruck von Wertungen, die gewisse Fragen als unzulässig verwarfen. Aber sie waren nicht empirisch begründet.“ Mit keinem Wort geht Sarrazin auf die Ereignisse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein, darunter zwei Weltkriege und ein Regime, das es schaffte, das Leid von eintausend Jahren in zwölf zu packen. Einen erheblichen Anteil an diesem Leid hatte eine klassische Pseudowissenschaft, die Eugenik. Was zu der von Sarrazin monierten Umwertung führte, war also durchaus Empirie, nämlich aus Erfahrung gewonnene Erkenntnis. Das Kapitel, das Sarrazin an dieser Stelle in sein Buch hätte einschieben müssen und das er ostentativ – mit einer politisch verheerenden Lust an der Provokation um jeden Preis – ungeschrieben ließ, soll hier nachgereicht werden.

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Science-Texts wünscht ein frohes neues Jahr!

alt

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins Jahr 2011, ob nun mit oder ohne Kathedralen.